Heute sind sie in Unternehmen mit regelmäßig mehr als zwanzig Mitarbeitern nicht mehr wegzudenken: Beschäftigte, die sich als Sicherheitsbeauftragte dafür engagieren, Unfälle, berufsbedingte Krankheiten und Gesundheitsgefahren zu verhindern. Den Stein brachten am 12. April 1919 die Berufsgenossenschaften ins Rollen. Damals stritten Unternehmer und Arbeiter, wie weit die Arbeiter selbst an der Überwachung ihrer Schutzvorschriften beteiligt werden sollten. Als Zugeständnis an die Arbeiterschaft ergänzten die Berufsgenossenschaften 1919 die bereits bestehenden Unfallverhütungsvorschriften. Zu diesen zählte auch die freiwillige Einführung eines sogenannten Unfall­-Vertrauensmanns – dem Vorläufer des Sicherheitsbeauftragten. In jedem größeren Betrieb konnte die Arbeiterschaft jetzt aus ihren eigenen Reihen eine Person wählen, der sie das Amt anvertraute. Der Unfall­-Vertrauensmann überprüfte die Schutzvorrichtungen im Betrieb und vermittelte in puncto Arbeits­sicherheit zwischen der Belegschaft und dem Betriebsleiter. Die Einführung des Unfall-Vertrauensmanns war in den Reihen der Arbeiter umstritten. Sie wurde als eher kleines Zugeständnis der Berufsgenossenschaften aufgefasst, um noch weiter gehende Forderungen aus der Arbeiterschaft abzuwenden.

Vom Unfall-Vertrauensmann zum Sicherheitsbeauftragten

Trotzdem blieb der Unfall­-Vertrauensmann – zumindest in den Unfallverhütungsvorschriften. Denn praktisch lief die Einführung der Unfall­-Vertrauensmänner in den Unternehmen schleppend. Fünfzehn Jahre später, 1934, wurde das Amt verpflichtend, jedoch drückten sich weiterhin viele Firmen um die Sicherheitskontrolleure aus der eigenen Arbeiterschaft.

Am 30. April 1963 verwendete ein Gesetz dann erstmalig den Begriff des Sicherheitsbeauftragten. Ihn hatte nun die Belegschaft in Betrieben mit mehr als zwanzig Mitarbeitern zu stellen. Das Gesetz sah vor, dass sich Sicherheitsbeauftragte einmal im Monat mit dem Unternehmer trafen und ihn in der Organisation und Durchführung des Unfallschutzes unterstützten. Die genaue Anzahl der erforderlichen Beauftragten legten bereits die jeweils gültigen Unfallverhütungsvorschriften fest.

Schließlich trat vor fast fünfzig Jahren, am 12. Dezember 1973, das heute noch geltende Arbeitssicherheitsgesetz in Kraft. Es fasste die Sicherheitsbeauftragten mit anderen Akteuren der Arbeitssicherheit zusammen und sah viermal im Jahr gemeinsame Besprechungen vor. Bis heute dienen Sicherheitsbeauftragte als vermittelndes Organ zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sie bringen ihren Kollegen ein sicherheitsbewusstes Verhalten nahe und verhindern so Unfälle.

 

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