Frau Blumenschein, was produziert Ihr Unternehmen und welche Tätigkeit üben Sie aus?

Wir gehören zum Fraport-Konzern und sind spezialisiert auf den Bau und Betrieb von Kindertageseinrichtungen.  Wir sind Träger von 13 Einrichtungen in Hessen und NRW. Ich bin gelernte Erzieherin, seit 2009 dabei und arbeite im Bereich der tiergestützten Pädagogik mit meiner Therapiebegleithündin Imly. Zwei Tage pro Woche bin ich als Fachbereichsleitung für Brandschutz und Arbeitssicherheit tätig.

Sie sind seit 2012 Sicherheitsbeauftragte – wie kamen Sie dazu?

Ich war schon als Jugendliche in der freiwilligen Feuerwehr tätig und hatte damit Hintergrundwissen, zum Beispiel zum Thema aushangpflichtige Gesetze. Mir ist 2012 aufgefallen, dass in meiner Einrichtung einiges gefehlt hat, ich habe mich dann darum gekümmert und wurde schließlich Sicherheitsbeauftragte. Seit 2015 bin ich Fachbereichsleiterin für Brandschutz und Arbeitssicherheit. Mein aktuelles Ziel ist es, in jeder Einrichtung einen Sicherheitsbeauftragten zu installieren.

Warum hat man Sie gefragt und niemand anderen?

Ich brenne für die Arbeitssicherheit! Der Gesundheitsschutz liegt mir sehr am Herzen und dadurch, dass ich bei der Feuerwehr bin, hatte ich bereits Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die Aufgabe wichtig sind.

Welchen besonderen Gefährdungen sind Sie und Ihre Kollegen am Arbeitsplatz ausgesetzt?

Die Arbeit in der Kita ist nicht einfach. Besonders wichtig sind uns die Lärmprävention, die ergonomische Arbeit sowie die psychischen und physischen Belastungen.

Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Wir betreuen Kinder im Alter von acht Wochen bis zum Schuleintritt. Die Kinder sind laut, haben einen hohen Bewegungsdrang und wollen altersgemäß beschäftigt werden. Außerdem ist es für uns wichtig, dass „unsere“ Eltern mit der Förderung ihrer Kinder in den Einrichtungen zufrieden sind. Das alles übt Druck auf die Erzieher aus. Der eine hält dem besser stand, der andere stößt schnell an seine Grenzen.

Was ist Ihnen an der Aufgabe wichtig?

Ich möchte die Teams in den Häusern für die Gefährdungen sensibilisieren, die uns im Kita-Alltag begegnen. Dafür habe ich über viele Monate eine Gefährdungsbeurteilung erstellt, die sich alle unsere Mitarbeiter sehr zu Herzen nehmen. Das macht mich glücklich. Ich investiere viel Zeit in diese Aufgabe und der Aufwand zahlt sich aus. Ich habe eine tolle externe Fachkraft für Arbeitssicherheit an meiner Seite und zu unserem Betriebsarzt ein hervorragendes Arbeitsverhältnis. Gemeinsam sind wir ein klasse Team und mit all den neuen Sicherheitsbeauftragten können wir in unseren Kitas die Sicherheit voranbringen.

Was wünschen Sie sich von Ihren Kollegen?

Offenheit und Verständnis. Meine Kollegen müssen mit uns offen kommunizieren, damit Gefährdungen schon an der Wurzel bearbeitet werden können. Das ist mir wichtig. Ich musste mir hart erarbeiten, dass der Arbeitsschutz von den Kollegen ernst genommen wird. Heute kann ich aber sagen, dass Brandschutz und Arbeitssicherheit bei uns kein lästiges Thema mehr sind!

Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

Ich treibe viel Sport und liebe es, mit meiner Therapiebegleithündin zu trainieren. Terminal for Kids hat einen Bauernhof gepachtet, den unsere Kinder in regelmäßigen Abständen besuchen. Meine Hündin und ich reisen drei Tage pro Woche durch unsere Einrichtungen und arbeiten zusammen mit den Kindern. Mich hierfür vorzubereiten und das alles mit aufbauen zu dürfen, erfüllt mich mit Stolz. In das Projekt investiere ich gerne Teile meiner Freizeit, zum Beispiel um weitere Aufgaben und Tricks mit Imly einzuüben.


Sind Sie auch Sicherheitsbeauftragte oder -beauftragter?

Möchten Sie sich und Ihre Arbeit in PRÄVENTION AKTUELL vorstellen? Dann schreiben Sie uns!

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