Braungebrannte, oberkörperfreie Bauarbeiter, der Briefträger, der im kurzärmeligen Hemd den ganzen Tag in der Sonne unterwegs ist, die Gärtner, die bei strahlend blauem Himmel arbeiten: Was fast beneidenswert klingt, kann krank machen. Alle diese Berufsgruppen sind im Sommer einer vollkommen unterschätzten Gefahr ausgesetzt: Pro Jahr werden den Berufsgenossenschaften über 6.000 Verdachtsfälle von beruflich bedingtem hellem Hautkrebs gemeldet. Damit steht das Plattenepithelkarzinom (heller Hautkrebs) an unrühmlicher dritter Stelle der Liste der Verdachtsmeldungen. Nur Hauterkankungen (rund 21.000) und Erkrankungen durch Lärm  (rund 12.500) sind noch häufiger.

Auf die richtige Dosis kommt es an

Der Mensch braucht Sonne, denn mithilfe der UV-Strahlen bildet der menschliche Körper den Großteil des Vitamin D, das er benötigt. Zu diesem Zweck reichen aber bereits 10 bis 15 Minuten Aufenthalt in der Sonne aus. Danach werden die UV-Strahlen gefährlich, wenn keine Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Die Temperaturen sind dabei nicht entscheidend, sondern nur die Intensität der Strahlung: „Auch bzw. gerade im Winter kann die Sonne ungeahnte Strahlkraft besitzen. Grundsätzlich gilt daher die Regel: Lieber zu viel schützen, als zu wenig“, empfiehlt Denis Grobotek, Marketing Director von SC Johnson Professional™. Wer es genau wissen will, kann online – beispielsweise auf den Seiten des Bundesamts für Strahlenschutz – den tagesaktuellen UV-Index abrufen. Bereits ab einem UV-Index ab drei empfehlen Experten bei längerem Aufenthalt in der Sonne Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Wer ist gefährdet?

UV-Hautschutz
Viel hilft viel: Unbedeckte Hautpartien sollten großflächig mit einem UV-Schutz-Produkt eingecremt werden.

Besonders gefährdet im Arbeitsalltag sind Arbeiter, die sich während ihrer Arbeitszeit viel unter freiem Himmel aufhalten: Neben den auf der Hand liegenden Berufsgruppen wie Bauarbeitern und Landwirten gehören dazu auch Briefträger, Dachdecker, Gärtner, Kurierfahrer und viele weitere. In Deutschland betrifft das rund 2,5 bis 3 Millionen Menschen. Die Arbeitgeber dieser gefährdeten Berufsgruppen müssen UV-Strahlung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung als wichtige Gefährdung einordnen und ihren Mitarbeitern geeignete Schutzmaßnahmen zur Verfügung stellen.  

Der optimale Schutz: Das 5S-Prinzip

Die Experten sind sich einig: Den optimalen UV-Schutz erreicht man mit dem 5S-Prinzip:

  1. Sonnenschutzkleidung
    Grundsätzlich sollte möglichst wenig Haut der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Als Bauarbeiter im Sommer oben ohne arbeiten? Davon ist abzuraten. Kleidung schützt die Haut vor der direkten Sonneneinstrahlung und bildet so, sofern sie UV-dicht ist, eine effektive Barriere zwischen UV-Strahlung und Haut.
  2. Sonnenschutzprodukt
    Die Hautpartien, die nicht mit Kleidung bedeckt werden können, müssen sorgfältig mit einem UV-Schutz-Produkt eingecremt werden. Das Produkt sollte 15 bis 20 Minuten vor der erwarteten Sonnenstrahlung aufgetragen werden. Wichtig ist dabei auch ein ausreichender Lichtschutzfaktor (LSF). Für Außenarbeiter sollte der LSF gemäß Expertenmeinung 50 betragen. Experten raten zudem von Sprays ab, da hier nur ein Bruchteil des Produktes tatsächlich auf der Haut landet. Bei Sonnenschutzcreme gilt: Viel hilft viel. 2 mg Produkt sollte je m² Haut aufgetragen werden – Nacken, Nasenrücken und Ohren nicht vergessen. Auch lichte Stellen auf dem Kopf sind einzucremen!
  3. Sonnenhut
    Der Kopf wird am besten mit einem Hut oder einer Kappe geschützt, die auch Ohren und Nacken bedecken.
  4. Sonnenbrille
    Auch für die Augen können UV-Strahlen gefährlich werden – am besten schützt man sie mit einer zertifizierten Sonnenbrille mit großer Panoramascheibe für seitlichen Schutz.
  5. Schatten suchen/Sonne meiden
    Der wirksamste Schutz ist die direkte Sonneneinstrahlung zu meiden und sich im Schatten aufzuhalten. Sofern möglich sollten Arbeitsplätze daher beschattet sein bzw. immer wieder Pausen an schattigen Stellen gemacht werden. Achtung: Auch wenn Mitarbeiter sich ausschließlich im Schatten aufhalten, sollten sie ihre Haut vor UV-Strahlung schützen.

UV-Schutz wirksam machen

Arbeiter, die sich häufig ungeschützt einer starken UV-Strahlung aussetzen, laufen Gefahr ein Plattenepithelkarzinom zu entwickeln. Dennoch wird in den gefährdeten Berufsgruppen der UV-Schutz oft nicht konsequent angewendet. „Einerseits liegt es daran, dass die krankmachenden Folgen nicht direkt nach der UV-Strahlung auftreten, sondern sich oft über Jahre hinweg entwickeln“, erklärt Denis Grobotek die Ursachen. „Andererseits arbeiten in den gefährdeten Berufsgruppen häufig vor allem Männer, die zu selten ihren Fokus auf ihre Gesundheit legen.“ Um also künftig Arbeiter vor hellem Hautkrebs und UV-Strahlung zu schützen, gilt es für Unternehmen nicht nur die geeigneten Produkte bereit zu stellen, sondern die Mitarbeiter auch zu informieren und zu schulen. Denn wirksamer UV-Schutz lohnt sich für Mitarbeiter und Arbeitgeber.   

Schreiben Sie einen Kommentar