Die Gefährdungsbeurteilung gilt als das vielleicht wichtigste Instrument im Arbeitsschutz. Sie wird im Arbeitsschutzgesetz (§ 5) gefordert: „Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung  zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind.“

Sie besteht aus einer systematischen Feststellung und Bewertung von relevanten Gefährdungen der Beschäftigten. Aus ihr sind dann entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen abzuleiten, die sich zum Beispiel in einer Betriebsanweisung niederschlagen oder zu ergonomischeren Arbeitsplätzen führen. Das eigentliche Ziel des Prozesses ist die Präventionswirkung. Gefährdungen können frühzeitig erkannt werden, sodass Unfälle oder gesundheitliche Einschränkungen gar nicht erst auftreten.

Gefährdungen ermitteln und beurteilen

Der Gesetzgeber schreibt nicht detailliert vor, wie die Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes zu erfolgen hat. Das Gesetz benennt nur Grundsätze. Das bedeutet, dass es keinen „richtigen“ Weg für die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung gibt. Je nach betrieblichen Gegebenheiten sind unterschiedliche Wege möglich.

Wird sie richtig gemacht, ist sie tatsächlich ein hervorragen des Mittel, um Schwachstellen in der betrieblichen Organisation aufzuspüren. Die Arbeitsbedingungen verbessern sich durch die Risikominderung, dadurch steigen auch die Arbeitszufriedenheit und die Motivation der Beschäftigten. Das gilt nicht zuletzt für die Beurteilung psychischer Belastungen, die seit 2013 verpflichtend in die Gefährdungsbeurteilung auf genommen wurde.

Wer keine Beurteilung macht, verstößt gegen das Ordnungsrecht und muss mit Folgen rechnen. Geldbußen können verhängt werden oder, bei größeren Verstößen, sogar Freiheitsstrafen. Außerdem besteht das Risiko, dass der Sozialversicherungsträger das Unternehmen nach Arbeitsunfällen in Regress nimmt.

Rechtsquellen und Informationen

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