Im betrieblichen Alltag müssen Finger und Hände vor allem geschützt werden vor:

  • mechanischen Verletzungen (Splitter, Späne usw.)
  • Verletzungen durch ätzende und giftige Stoffe, zum Beispiel Säuren oder Lösemittel
  • Verbrennungen durch Hitze, Strahlen usw.
  • Verletzungen durch elektrischen Strom

Den einen für alles gibt es nicht

Einen „Universalhandschuh“, der vor allen Gefährdungen schützt, kann es nicht geben, den richtigen Schutzhandschuh für jede erdenkliche Gefährdung gibt es aber schon. In der Masse des Angebots ist „der Richtige“ allerdings oft schwer auszumachen. Die eingesetzten Schutzhandschuhe müssen einerseits optimalen Schutz bieten, andererseits dürfen Tragekomfort, Tastgefühl und Greifvermögen nicht eingeschränkt sein. Orientierung beim Einkauf geben die vorgeschriebenen Kennzeichnungen: Schutzhandschuhe müssen mit Form und Größe, Typenbezeichnung und Namen oder Zeichen des Herstellers oder Lieferanten gekennzeichnet sein. Piktogramme informieren über die Gefahrenklasse beziehungsweise das Anwendungsgebiet. Nicht fehlen darf das CE-Kennzeichen. Damit bescheinigt der Hersteller, dass sie mit den „grundsätzlichen Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen“ der EU-Richtlinie konform sind.

Die Auswahl der Schutzhandschuhe erfolgt arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogen: In der Betriebsanweisung stehen Hinweise, welche Schutzhandschuhe bei der jeweiligen Tätigkeit geeignet sind.

DGUV-Veröffentlichungen

  • DGUV Regel 112-195: Benutzung von Schutzhandschuhen
  • DGUV Regel 113-013: Tätigkeiten mit Epoxidharzen (Link: DGUV)
  • DGUV Information 209-022: Hautschutz in Metallbetrieben
  • DGUV Information 212-007: Chemikalienschutzhandschuhe
  • DGUV Information 212-017: Allgemeine Präventionsleitlinie Hautschutz

Normen

  • EN 420: Allgemeine Anforderungen an Schutzhandschuhe
  • EN 374: Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen
  • EN 381-4: Schutzhandschuhe für Benutzer handgeführter Kettensägen
  • EN 388: Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken
  • EN 407: Schutzhandschuhe gegen thermische Risiken
  • EN 421: Schutzhandschuhe gegen ionisierende Strahlen und radioaktive Kontamination
  • EN 455: Medizinische Einmalschutzschuhe
  • EN 511: Schutzhandschuhe gegen Kälte
  • EN 659: Feuerwehrschutzhandschuhe
  • EN 1082: Schutzhandschuhe für den Umgang mit Handmessern
  • EN 10819: Schutzhandschuhe gegen Vibrationen
  • EN 16350: Schutzhandschuhe gegen elektrostatische Risiken
  • EN 60903: Isolierende Schutzhandschuhe für Arbeiten unter elektrischer Spannung

Nur wenn nötig, dann aber konsequent tragen

Schutzhandschuhe sind wegen des Kleinklimas im Inneren oft Nährboden für Pilze und Keime, deshalb sollten sie nicht länger als nötig getragen werden. Ist an einem Arbeitsplatz das Gebotszeichen „Handschutz benutzen“ zu sehen, besteht dort Tragepflicht.

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