Die Arbeitsstättenregel ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ enthält den aktuellen Stand der Technik. Wenden Firmen diese Maßnahmen an, können sie davon ausgehen, dass sie die Arbeitsstättenverordnung einhalten. Als größter Unterschied zur alten ASR A2.2 vom November 2012 sind vor allem die drei neueingeführten Kapitel

  • Ausstattung für alle Arbeitsstätten,
  • Ausstattung von Arbeitsstätten mit erhöhter Brandgefährdung,
  • Organisation des betrieblichen Brandschutzes

zu nennen. Die Kapitel „Ausstattung von Arbeitsstätten“ und „Betrieb“ sind entfallen.

Arbeitsstättenregel mit drei neuen Kapiteln

Das neue Kapitel „Ausstattung für alle Arbeitsstätten“ erweitert das alte Kapitel „Ausstattung von Arbeitsstätten“ um einige Punkte. So wurde unter 5.1.1 die Forderung aufgenommen, dass die Alarmierung von Rettungskräften gewährleistet sein muss. Wie dies am besten sichergestellt wird, konkretisiert das neue Unterkapitel 5.1.4. Dort heißt es: „Technische Maßnahmen sind vorrangig umzusetzen. Dabei sind automatische Brandmelde- und Alarmierungseinrichtungen zu bevorzugen.“

Größere Änderungen gab es auch bei der Grundausstattung mit Feuerlöscheinrichtungen. Firmen haben nun die Möglichkeit ihre Arbeitsstätte in Teilbereiche mit unterschiedlicher Brandgefährdung zu gliedern, sofern dies aufgrund der Nutzungsbedingungen oder baulichen Begebenheiten sinnvoll ist.

Leichtere Feuerlöscher möglich

Eine weitere Neuerung stellt die geforderte Löschmitteleinheit (LE) der Feuerlöscher dar. Grundsätzlich müssen Feuerlöscher wie bisher mindestens über sechs Löscheinheiten verfügen, allerdings wurden in die neue ASR A2.2 einige Ausnahmen aufgenommen. Jetzt können auch Feuerlöscher mit zwei Löschmitteleinheiten verwendet werden, wenn

  • so die Feuerlöscher leichter und damit einfacher zu bedienen sind,
  • die Entfernung zum nächsten Feuerlöscher halbiert und damit die Zugriffszeit geringer wird und
  • die Zahl der Brandschutzhelfer verdoppelt wird.

Ganz neu ist das Kapitel „Ausstattung von Arbeitsstätten mit erhöhter Brandgefährdung“. Unter 6.1 „Feststellung der erhöhten Brandgefährdung“ werden Bereiche und Tätigkeiten aufgelistet, in denen es zu einer erhöhten Brandgefahr kommen kann. Unter 6.2 werden dann die zusätzlichen „Maßnahmen bei erhöhter Brandgefährdung“ aufgeführt. Der Abschnitt listet zahlreiche Maßnahmen auf, wenn durch die Gefährdungsbeurteilung eine erhöhte Brandgefahr festgestellt wurde. Je nachdem muss dann die Zahl der Brandmeldeanlagen, der Feuerlöscher oder der Feuerlöscheinrichtungen erhöht sowie die Maßnahmen der TRGS 800 „Brandschutzmaßnahmen“ für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen angewendet werden.

Brandschutz organisieren

Ebenfalls neu ist das Kapitel „Organisation des betrieblichen Brandschutzes“. Zentraler Satz ist hierbei: „Der Arbeitgeber hat die notwendigen Maßnahmen gegen Entstehungsbrände einschließlich der Verhaltensregeln im Brandfall (z. B. Evakuierung von Gebäuden) festzulegen und zu dokumentieren.“ Diese Maßnahmen müssen an gut zugänglicher Stelle ausgehängt werden, wenn

  • eine erhöhte Brandgefährdung vorliegt,
  • ein Flucht- und Rettungsplan erforderlich ist oder
  • häufig Besucher oder Fremdfirmen in der Arbeitsstätte anwesend sind.

Der Arbeitgeber muss seine Beschäftigten zudem in diesen Maßnahmen unterweisen. Erstmals wird in der ASR A2.2 die Funktion des Brandschutzbeauftragten erwähnt. Er soll den Arbeitgeber zu Themen des betrieblichen Brandschutzes beraten und unterstützen.

Daneben gab es noch kleinere Änderungen bei den Begrifflichkeiten und Definitionen sowie redaktionelle Anpassungen.


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