Deutschland ist eine Nation von Pendlern und Pendlerinnen. Knapp die Hälfte aller Erwerbstätigen arbeitet laut Statistischem Bundesamt nicht an dem Ort, in dem der jeweilige Hauptwohnsitz liegt. Dazu zählen auch Beschäftigte, die unter der Woche an einem auswärtigen Ort arbeiten und nur am Wochenende zurück an den Hauptwohnsitz fahren.

Die Gründe fürs Pendeln mögen unterschiedlich sein, die Auswirkungen auf die pendelnden Personen sind oft ähnlich. Müdigkeit tritt bei vielen Berufspendlern auf. Fast jeder fünfte Pendler fühlt sich vor allem auf dem Heimweg oft müde und erschöpft, hat eine Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) ergeben. Viele nutzen für den Arbeitsweg das Auto, doch das kann gefährlich werden.

Berufspendler mit Sekundenschlaf 

Müdigkeit ist etwas Normales, besonders nach einem anstrengenden Arbeitstag. „Aber selbst bei kurzen Strecken sollte man sich nicht scheuen anzuhalten, bevor die Müdigkeit einen übermannt“, warnt DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer. Der Sekundenschlaf tritt oft ganz plötzlich auf und kann dann verheerende Folgen nach sich ziehen. Wer beispielsweise für drei Sekunden einschläft, legt bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h mehr als 80 Meter im Blindflug und damit ohne Kontrolle über das Fahrzeug zurück. Bei Müdigkeit braucht der Körper häufig einfach eine Pause. Diese sollte zur optimalen Erholung mit einem Kurzschlaf von zehn bis 20 Minuten oder alternativ Bewegung an der frischen Luft kombiniert werden.

Doch auch wer mit dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr zur Arbeitsstätte hin- und zurückfährt, ist vor Gesundheitsgefährdungen nicht gefeit. Nacken- und Schulterschmerzen sowie Rückenleiden können auftreten, wenn die Fahrt länger dauert. Im Winter steigt zudem in öffentlichen Verkehrsmitteln die Gefahr von Infektionen.

 

Berufspendler mit psychischen Belastungen

Und nicht zu vergessen die psychischen Belastungen. Die Angst, den Anschlusszug zu verpassen oder in einen Stau zu geraten. Schwierige Witterungsbedingungen tragen ebenfalls nicht zum Wohlempfinden bei. Und natürlich kann Pendeln auch für das Familienleben belastend sein, vor allem wenn jemand Wochenendpendler ist – also nur das Wochenende zu Hause verbringt.

Ein kluges Zeitmanagement und eine geschickte Arbeitsorganisation können Betroffenen helfen, das Stress-Empfinden zu reduzieren. Wer mit dem öffentlichen Nah- oder Fernverkehr reist, sollte versuchen, sich die Fahrt so angenehm wie möglich zu gestalten. Man kann lesen, schlafen oder sogar arbeiten. Gesunde Snacks, Wasser, Nackenkissen aber auch Notebook, Headsets oder Kopfhörer können helfen, die Fahrt zu erleichtern.

Auch Unternehmen können ihren pendelnden Beschäftigten helfen. Etwa indem sie die Arbeitszeit flexibel gestalten, zum Beispiel mit Arbeitszeitkonten oder Gleitzeit, oder sie können einen Teil der Reisezeit als Arbeitszeit anerkennen. Sinnvoll ist auch ein fester Home-Office-Tag – vorzugsweise montags oder freitags, wenn das Verkehrsaufkommen am größten ist. Wer das berücksichtigt, ist mit deutlich weniger Stress auf Achse.

Mit Material des DVR (fs)

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