Schutzhandschuhe müssen nach einer gewissen Zeit gegen neue ausgetauscht werden, nämlich dann, wenn ihre Schutzwirkung nachlässt oder gar nicht mehr gegeben ist. Wenn der Schutzhandschuh gegen Schnittverletzungen Löcher oder Risse aufweist, zeigt bereits der Augenschein, dass dringend ein neues Paar her muss.

Schutzhandschuhe werden durchlässig

Schwieriger ist es bei Chemikalienschutzhandschuhen. Selbst wenn die Schutzhandschuhe noch äußerlich völlig intakt scheinen, können sie tatsächlich bereits ihre Schutzfunktion eingebüßt haben und ihr Träger ist ungeschützt. Das liegt an der sogenannten Permeation: Mit der Zeit durchdringt der Gefahrstoff auf molekularer Ebene den Schutzhandschuh. Das kann je nach Gefahrstoff und Handschuhmaterial unterschiedlich lange dauern.

Die Handschuhhersteller müssen daher die Durchdringungszeit ihres Produkts prüfen. Um beispielsweise als zertifizierter Schutzhandschuh des Typs A nach EN ISO 374 zu gelten, muss der Schutzhandschuh bei mindestens sechs Prüfchemikalien mindestens 30 Minuten lang gegen die Permeation schützen. Dazu wird ein Stück aus der Handinnenfläche ausgeschnitten, in eine Messzelle aufgespannt und anschließend einseitig mit der Prüfchemikalie in Kontakt gebracht. Auf der Rückseite zeichnet ein geeigneter Detektor die Konzentration des Stoffes zeitlich auf. Wenn ein bestimmter Grenzwert überschritten ist, ist die Chemikalie „durchgebrochen“ und der Schutzhandschuh ist nicht mehr benutzbar.

Temperatur hat Einfluss auf Schutzhandschuhe

In der Praxis treten jedoch Abweichungen von den Laborwerten auf. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) hat beispielsweise ermittelt, dass die  Temperatur einen großen Einfluss auf die Permeationsbeständigkeit hat. Nach EN ISO 374 wird die Messung bei 23 Grad durchgeführt. Bereits nach kurzer Tragezeit erhöht sich jedoch die Temperatur der Außenseite des Handschuhs durch die Körperwärme auf 33 Grad. Die Permeation beschleunigt sich dadurch und die Tragedauer verkürzt sich im Extremfall auf bis zu einem Viertel der Laborwerte.

Auch in der TRGS 401 (Technische Regeln für Gefahrstoffe) wird auf die Problematik eingegangen: „Wenn die Durchbruchszeit entsprechend der Norm DIN EN 374 Teil 3 bei 23 °C ermittelt worden ist, so ist die maximale Tragedauer unter Praxisbedingungen (bei 33 °C) auf ein Drittel zu kürzen.“

Rechtstexte & Informationen

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