Abstürze von Leitern waren im Jahr 2017 für knapp 23.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle verantwortlich. Bei nur 2,9 Prozent Anteil an allen Arbeitsunfällen dieses Jahres scheint diese Unfallart kein so großes Problem darzustellen. Aber die relativ geringe Anzahl ist nicht die ganze Wahrheit. Abstürze können bereits aus geringer Höhe schwere Verletzungen verursachen, das Risiko, tödlich zu verunglücken, ist höher als bei anderen Unfallarten.

Fehlende Standsicherheit bei Leitern

Nicht selten ist die fehlende Standsicherheit ursächlich für den Absturz. Die Leiter rutscht auf unebenem oder glattem Untergrund weg oder der Boden auf der Baustelle ist nicht tragfähig genug. Eine Methode, die Sicherheit zu erhöhen, ist der Einsatz verbreiterter Standfüße. Das sahen auch die zuständigen Normungskommissionen so und änderten die entsprechende Norm. Seit dem 1. Januar 2018 gilt die geänderte DIN EN 131-1 „Leitern – Teil 1: Benennungen, Bauarten, Funktionsmaße“.

Demnach müssen neu in Verkehr gebrachte Leitern ab 3,0 Metern eine größere Standbreite haben. Das geschieht entweder durch eine Quertraverse oder durch eine konische, nach unten breiter werdende Bauform der Leiter. Diese Leitern entsprechen dem aktuellen Stand der Technik, den die TRBS 2121 „Gefährdung von Beschäftigten durch Absturz – Allgemeine Anforderungen“ für den Einsatz fordert. Dementsprechend muss bei bereits vorhandenen Leitern eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden, die entweder den standsicheren Einsatz der Leiter feststellt, eine Nachrüstung fordert oder gleich eine Neubeschaffung zur Folge hat.


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