Wer an seinem Arbeitsplatz einen Sack Zement aufreißt, wer bohrt, fräst, schleift, schweißt oder wer auch nur den Boden kehrt, kommt mit Stäuben in Berührung. Viele dieser Stäube sind gesundheitsgefährdend und können in schweren Fällen beispielsweise Silikose oder gar Lungenkrebs verursachen.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, solche Gefährdungen zu ermitteln und zu beurteilen. Welche Anforderungen bei der Ermittlung, der Überwachung und der Dokumentation der Gefährdungen erfüllt werden müssen, ist in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 400 und 402 festgelegt. Kann der Arbeitgeber eine messtechnische Überwachung nicht selbst vornehmen, muss er externe Stellen damit beauftragen.

A-Staub und E-Staub

Stäube sind feine, in der Luft schwebende sichtbare oder unsichtbare Partikel. Deren Größe wird in millionstel Millimeter (μm) gemessen. (Sie werden unterteilt in eine E-Fraktion und eine A-Fraktion. „E“ steht für „einatembar“ und „A“ für „alveolengängig“. Letztere sind noch wesentlich feiner und können bis zu den Lungenbläschen (Alveolen) vordringen. Für beide Fraktionen schreibt die TRGS 900 seit 2004 Arbeitsplatzgrenzwerte vor. Im Februar 2014 wurde der Allgemeine Staubgrenzwert (ASGW) für A-Stäube nochmals gesenkt, von 3,0 mg / m3 auf 1,25 mg / m3. Für E-Stäube gelten weiter 10,0 mg / m3. Diese Grenzwerte entsprechen dem aktuellen Stand der arbeitsmedizinischen Forschung.

Der ASGW gilt dabei nur für Stäube, die schwer löslich beziehungsweise unlöslich und nicht anderweitig reguliert sind. Dazu zählen beispielsweise Kohlestaub, Aluminium oder Kunststoffstäube. Für viele besonders gesundheitsgefährdende Stäube gelten eigene, niedrigere Grenzwerte, so beispielsweise für ultrafeine Stäube oder Lackaerosole. Die Liste aller stoffspezifischen Grenzwerte findet sich im Anhang der TRGS 900.

Bis zum 1. Januar 2019 galt eine Übergangsregelung für den Allgemeinen Staubgrenzwert für A-Stäube. Betriebe durften unter bestimmten Bedingungen noch nach dem alten 3,0 mg / m3-Grenzwert arbeiten. Diese Frist ist nun abgelaufen und die 1,25 mg / m3 gelten ausnahmslos für alle Arbeitsplätze.


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