Länderliste zur arbeitsmedizinischen Vorsorge aktualisiert

Die nun 232 Länder und Regionen umfassende Liste hat International SOS aktualisiert und um die Einstufung des medizinischen Risikos je Land ergänzt.

Die Länderliste hilft Betriebsärzten und Personalverantwortlichen dabei, das gesundheitliche Gefährdungspotential für ihre Mitarbeiter bei Geschäftsreisen und Entsendungen zu beurteilen. Sie wurde von Fachleuten der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM), der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin e.V. (DFR) und des Instituts für Arbeitsmedizin der Universität Mainz in Zusammenarbeit mit International SOS erstellt, erstmalig im Jahr 2018 publiziert und wird regelmäßig von International SOS und weiteren Fachleuten aktualisiert.

International SOS unterstützt international tätige Unternehmen und Organisationen im Bereich der medizinischen Assistance, Reisesicherheitsdienste und Präventionsprogramme.

Die Liste enthält Hinweise auf eine eventuell erforderliche (gesetzlich vorgeschriebene) arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge (gemäß ArbMedVV und G35), Informationen zur Gelbfieber- und Polio-Impfpflicht sowie Malariaprophylaxe-Empfehlungen pro Land. In der letzten Spalte führt International SOS eine allgemeine Einschätzung des medizinischen Risikos für jedes Land an. Das medizinische Risk Rating wird vom globalen medizinischen Team von International SOS durch die Bewertung einer Reihe von Gesundheitsrisiken und weiterer Faktoren bestimmt, darunter Infektionskrankheiten, Umweltfaktoren, medizinische Evakuierungsdaten, der Standard der verfügbaren lokalen medizinischen und zahnmedizinischen Notfallversorgung, Zugang zu hochwertigen Arzneimitteln sowie kulturelle, sprachliche oder administrative Barrieren. Das medizinische Risiko für jedes Land weltweit wird online ebenfalls in der International Risk Map angezeigt.

Drei unterschiedliche Gefährdungsgruppen

Für die Einschätzung, ob eine arbeitsmedizinische Vorsorge notwendig ist, werden in der Länderliste drei unterschiedliche Gefährdungsgruppen unterschieden. Stand April 2022 finden sich allein 103 Länder und Regionen in der Gefährdungsgruppe 3 wieder – darunter für die deutsche Wirtschaft wichtige Reiseziele wie Indien, Indonesien und Nigeria. In dieser Gefährdungsstufe ist die arbeitsmedizinische Vorsorge verbindlich. Die Verbindlichkeit soll gewährleisten, dass Arbeitnehmer für Reisen in diese Länder mit höheren medizinischen Risiken gesundheitlich in der Lage sind. Insgesamt 76 Länder und Regionen sind in der Gefährdungsgruppe 2 eingestuft – darunter zum Beispiel Australien, Hongkong und Marokko, für die ebenfalls eine arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge vorgeschrieben ist. In der Regel sind keine Impfungen zwingend für die Einreise in diese Länder gefordert. In nur 53 Ländern gilt die Gefährdungseinstufung 1 – so in den meisten europäischen Ländern und in Nordamerika. Hier ist keine arbeitsmedizinische Vorsorge vorgeschrieben.

Die Grundlage für diese aktuellen und ab sofort online verfügbaren Einstufungen sind Erfahrungen und Analysen arbeits- und reisemedizinischer Experten von International SOS, die über die weltweiten

Assistance-Center kontinuierlich gesammelt werden. „Die Länderliste gibt Personalabteilungen und Betriebsärzten eine Empfehlung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge vor Dienstreisen. Zusätzlich haben wir jetzt neu das medizinische Risiko für jedes der Länder aufgenommen. Die Einschätzung beruht auf den Bewertungen des internationalen medizinischen Teams von International SOS“, so Dr. Stefan Eßer, Ärztlicher Leiter Zentraleuropa bei International SOS.

Die Länderliste kann kostenlos heruntergeladen werden unter: Arbeitsmedizinische Vorsorge

Ein Artikel von
Redaktion Prävention aktuell

3. Mai 2022