Absturzunfälle haben oft schwere oder sogar tödliche Folgen. Nach einer Analyse der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) vom Juni 2012 sind Abstürze zu einem knappen Drittel Ursache für tödliche Arbeitsunfälle eines durchschnittlichen Jahres. Die vorderen Plätze der „Hit parade“ belegen dabei Abstürze von Dächern, Gerüsten, Leitern und Transportmitteln. Besonders gefährlich ist das Arbeiten auf Baustellen: Absturzunfälle machen hier mehr als die Hälfte der tödlichen Arbeitsunfälle aus.

Die sicherste Methode, Absturzunfälle zu vermeiden, ist der Verzicht auf unnötige Höhentätigkeiten. Klingt banal, bedeutet aber nichts anderes, als nachzudenken, ob die anstehende Arbeit nicht doch vom Boden aus gemacht werden kann. Wenn das nicht möglich ist und man tatsächlich in die Höhe geht, muss der Arbeitsplatz gegen Abstürze gesichert sein. Welche Maßnahmen zur Sicherung am Ende gewählt werden, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Den besten Schutz bieten in der Regel „kollektive“ technische Mittel wie beispielsweise Geländer oder Gerüste. Wenn aber keine anderen technischen oder organisatorischen Maßnahmen mehr greifen, muss eine Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz bereitgestellt werden.

Betriebe, die mit Absturzsicherungen arbeiten, müssen im Notfall für sofortige Rettungsmaßnahmen gerüstet sein. Nur den Notruf wählen und auf Hilfe warten genügt nicht und kann für den Gestürzten fatale Folgen haben. Denn Hängen im Auffanggurt kann ein Hängetrauma verursachen und binnen 20 Minuten durch die Behinderung der Blutzirkulation zur Ohnmacht und sogar zum Tod führen. Eine schnelle, sichere Rettung durch die eigenen Kollegen kann über Leben und Tod entscheiden. Am besten ist es, wenn der Betrieb dazu Schulungen durchführen lässt. Es gibt Anbieter, die auch direkt in den Betrieb kommen (siehe unten).


RECHTSTEXTE & INFORMATIONEN

DIE DREI KATEGORIEN VON PERSÖNLICHEN SCHUTZAUSRÜSTUNGEN GEGEN ABSTURZ

  1. Rückhaltesysteme Diese Ausrüstungen schränken die Bewegungsfreiheit ein. Ausgehend von einem sicheren Anschlagpunkt kann der Benutzer den gefährlichen Bereich an der Absturzkante gar nicht erreichen.
  2. Positionierungssysteme Bei der Arbeitsplatzpositionierung wird der Benutzer durch ein verstellbares Halteseil gehalten. Er hat somit beide Hände zum Arbeiten frei. Da hierbei Absturzgefahr besteht, muss zusätzlich ein Auffangsystem verwendet werden.
  3. Auffangsysteme Auffangsysteme lassen als einzige Kategorie einen Absturz zu. Der Benutzer ist durch einen Auffanggurt und ein geeignetes Verbindungs mittel mit Falldämpfer oder Höhensicherungsgerät so gesichert, dass er bei einem Absturz kontrolliert aufgefangen wird.

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