Was wir in solchen Momenten erleben, lässt sich unter dem Begriff Stress zusammenfassen. Gefühle der Anspannung, Unruhe oder Panik, die wir an unserem Schreibtisch erfahren, sind im Grunde genommen das Gleiche, was unsere Vorfahren in der Steinzeit bei einer Begegnung mit einem Bären oder Tiger erlebten.

Stress = fight, flight, freeze

Es geht auf das zurück, was wir heute „fight, flight, freeze“-­Reaktion (Kampf, Flucht, Erstarren) nennen. Wenn ein Höhlenmensch mit einer Gefahr konfrontiert war, musste sein Körper schnell reagieren, um zu überleben. Blut wurde aus dem Gehirn, Magen und Darm in die Muskeln gepumpt. Adrenalin wurde freigesetzt und das Herz begann mehr Sauerstoff durch den Körper zu pumpen. So konnte der Höhlenmensch das Raubtier bekämpfen, vor ihm fliehen oder versuchen, durch Erstarren ungesehen zu bleiben.

Was wir heute als Stress am Arbeitsplatz bezeichnen, ist im Wesentlichen der Wechsel des Körpers in den Überlebens­modus, da unser Gehirn nicht zwischen einem Tiger und einer Deadline unterscheiden kann. Damit Unternehmen ihre Mit­arbeiter in der Stärkung ihrer Resilienz besser unterstützen können, hat DuPont Sustainable Solutions das Modell der Proaktiven Resilienz entwickelt. Das Modell kann auf verschiedenen Ebenen angewendet werden: in der gesamten Organisation, bei Führungskräften und bei Einzelpersonen.

Unternehmen sollen Stress vermeiden

Es soll Unternehmen dabei helfen, das Wohlbefinden ihrer  Mitarbeiter zu fördern, und sie in die Lage versetzen, effektiv und stressfrei zu arbeiten. Ohne diese Unterstützung müssen Unternehmen mit einer hohen Fluktuationsquote und den entsprechenden negativen Auswirkungen auf Konsistenz, Sicherheit, Qualität und Gesamtleistung rechnen. Studien haben gezeigt, dass Stress am Arbeitsplatz mit einer höheren Tendenz zum Arbeitsplatzwechsel verbunden ist, während weitere Forschungsergebnisse darauf hinweisen, dass Resilienz mit größerer Arbeitszufriedenheit und geringerem Stress verbunden ist. Diese Faktoren wirken sich nachweislich positiv auf die Fluktuationsrate aus.

Um diese Kultur zu entwickeln und zu erhalten, braucht eine Organisation authentische und einfühlsame Führungskräfte, die durch den regelmäßigen Dialog mit ihren Mitarbeitern sicherstellen, dass diese sich wohlfühlen und in der Lage sind, ihrer Arbeit auf eine gesunde Art und Weise nachzukommen. Mitarbeiter sollten ohne Angst vor negativen Folgen sagen können, dass sie nicht in der Lage sind, eine weitere Aufgabe oder einen zusätzlichen Prozess zu übernehmen. Ferner sollten Führungskräfte mit den Mitarbeitern gemeinsam Lösungen ausarbeiten und mit einer Coaching­Haltung eventuelle Heraus­forderungen angehen.

Proaktive Resilienz – Was ist das und wie funktioniert das?

  • Das Modell der Proaktiven Resilienz bietet Unternehmen, Geschäftsführern und Einzelpersonen die notwendigen Hilfsmittel für das bessere Management von Stress. Es basiert auf drei Standbeinen: Die Grundlage bilden sogenannte „Quick Wins“ und Best Practices zur Vermeidung von Stress­ und Stresssituationen sowie Bewältigungsstrategien. Quick Wins sind kleine Tipps und Tricks, mit denen wir unseren persönlichen Stress augenblicklich abbauen können, zum Beispiel das  Deaktivieren von Mail-­Benachrichtigungen, um sich ungestört auf die Arbeit zu konzentrieren. Dies hat nicht nur unmittelbare Auswirkungen, sondern wirkt auch zukünftigen Stressoren auf proaktive Weise entgegen.
  • Das zweite Standbein ist das Energiemanagement. Wenn wir uns darüber im Klaren sind, was uns Energie gibt und was uns Energie kostet, können wir uns bewusst für die Aktivitäten entscheiden, die unser inneres Gleichgewicht fördern und mit denen wir „auftanken“ können. Wenn wir die Dinge in unserem Leben identi­fizieren können, die uns Energie und Schlaf rauben oder uns daran hindern, mit einem Lächeln ins Büro zu kommen, können wir diese Dinge entweder weiter tun oder unsere Perspektive und unser Verhalten ändern. Das geschieht nach dem Motto „Love it – Change it – or Leave it“, übersetzt in etwa: „Liebe, was du tust. Wenn du es nicht liebst, verändere etwas oder lass es sein, beziehungsweise lasse das, was du nicht ändern kannst.“
  • Zusätzlich zu den Quick Wins und dem Energiemanagement wird in der Proaktiven Resilienz intensiv am dritten Standbein, unserer Ein­stellung und Haltung, gearbeitet. Es ist wichtig, zu verstehen, dass Stress nicht unbedingt schlecht ist. Man sollte bei der Neubewertung oder Neudeutung einer Situationen zwischen gutem und förderlichem Stress und schlechtem, selbst gemachtem Stress unterscheiden. Oftmals kann eine Anpassung von Einstellung und Denkweise eine große Veränderung bewirken. Wir können immer die Perspektive wechseln und uns fragen, was lehrt mich diese Situation über mich selbst? Was darf ich noch lernen? Ein gutes Beispiel für einen Perspektivwechsel wäre ein Stau auf dem Heimweg nach der Arbeit. In der Regel ist der Stau frustrierend und wir möchten einfach nur nach Hause. Aber die Situation hat auch eine positive Seite. Wenn wir unsere Denkweise ändern, sind wir vielleicht froh, dass wir einfach einmal durchatmen können, bei unserem Lieblingslied mitsingen, das Radio ausschalten und die Stille genießen oder etwas Neues lernen, während wir einen Podcast hören.

Was sie selbst tun können

Wenn wir ausgeglichen durchs Leben gehen wollen, müssen wir ständig an uns selbst arbeiten und auf unseren Körper hören. Wer nicht aufpasst, verfällt leicht in einen anhaltenden Überlebensmodus, der negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann. Aufgrund der dauerhaft erhöhten Herzfrequenz kann es zu Bluthochdruck und anderen Herz-­Kreislauf­Erkrankungen kommen. Unser Immunsystem wird durch den Mangel an Nährstoffen, die wir aufgrund einer durch Stress verursachten, reduzierten Aktivität unseres Magen-­Darm­-Traktes erhalten, geschwächt. Das kann zu chronischen Erkrankungen oder Entzündungen führen. Wir sollten uns verdeutlichen, dass wir im Gegensatz zu unseren Vorfahren nicht um unser Leben kämpfen müssen, wenn wir bei der Arbeit sind. Wir sollten also unterscheiden zwischen echtem, nützlichem Stress, der uns hilft, Höchstleistungen zu erbringen, schnell zu reagieren und uns zu motivieren, und unnötigem Stress, den wir ohne guten Grund erzeugen. Von Bedeutung ist, dass wir uns vor Augen führen, wie wichtig Entspannung ist, damit unser Körper eine Pause von dem Überlebensmodus erhält.

DuPont Sustainable Solutions hat den Workshop „Reframing Stress – Proaktive Resilienz leben“ entwickelt, um Individuen zu unter­stützen, resilienter zu werden. In dem Workshop erfahren die Teilnehmer mehr über die Physiologie von Stress und wie er sich auf ihre Gesundheit auswirken kann. Sie durchleuchten die Unterschiede zwischen echtem Stress und „selbst gemachtem“ Stress. Aufbauend auf diesen Kenntnissen erarbeiten die Teilnehmer „Quick Wins“, die sie direkt in ihr Leben integrieren können. Im Mittelpunkt des Workshops steht jedoch die Arbeit mit den Teilnehmern an ihrer Denkweise und die Neubewertung von Stresssituationen, um gesünder zu arbeiten und zu leben.


Weitere Informationen zu Proaktiver Resilienz und dem DSS­-Workshop stellt Ihnen Meike Ruppel unter meike.ruppel@dupont.com gern zur Verfügung.

Text: Fabian Grimm & Meike Ruppel

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