In einem Betrieb bricht Feuer aus. Der Alarm ertönt. Die Mitarbeiter verlassen umgehend auf den gut ausgeschilderten Notausgängen das Unternehmen. Das ist die Theorie. „Es ist ein Mythos, dass die Mitarbeiter dann zügig das Gebäude verlassen“, sagt Dr. Laura Künzer. Die Diplom-Psychologin und Dozentin forscht zum Verhalten von Menschen in derartigen Ausnahmesituationen. Sie stützt sich dabei auch auf Interviews nach Unglücken und Fallanalysen.

Die Probleme beginnen bereits, wenn bei einem Brand der Alarm erklingt. „Viele Menschen reagieren gar nicht auf den Alarmton“, sagt die Wissenschaftlerin. Dafür gibt es mehrere Ursachen.

Probleme bei der Alarmierung

  • Hören: Mitarbeiter können den Alarm nicht hören, weil sie beispielsweise mit Kopfhörer arbeiten oder eine Hörbehinderung haben.
  • Verstehen: Das akustische Signal wird zwar gehört, der Ton aber nicht als Feueralarm erkannt. Das Problem kann sowohl neue Mitarbeiter betreffen, die noch keine Notfallübung mitgemacht haben, als auch Kunden oder andere Besucher des Betriebs.
  • Als „echt“ identifizieren: Fehlalarme, aber auch Übungen ohne Nachbesprechungen können bewirken, dass die Mitarbeiter den Alarm nicht ernst nehmen und weiterarbeiten.
  • Dringlichkeit erkennen: Selbst wenn ein Mitarbeiter den Feueralarm als echt erkannt hat, bedeutet das noch nicht, dass er die Situation als gefährlich einordnet und zügig das Unternehmen verlässt. Typisch ist abzuwarten, wie sich die Kollegen verhalten, und nach genaueren Informationen zu suchen.

„Menschen wollen in einer Notsituation möglichst viele Informationen erhalten“, erklärt Laura Künzer. Auf dieser Grundlage treffen sie Entscheidungen für ihr weiteres Handeln. Damit ein Feueralarm wirklich bewirkt, dass die Mitarbeiter schnellstmöglich das Gebäude verlassen, sollten verschiedene Kriterien beachtet werden.

Eckpunkte einer wirkungsvollen Alarmierung

  • Signalton: Das Alarmsignal sollte für die Arbeitsumgebung ausreichend laut und dringlich sein.
  • Optische Signale: Zeitgleich mit der akustischen erfolgt eine optische Alarmierung, beispielsweise indem alle Rechner eine bildschirmfüllende Nachricht einblenden.
  • Durchsagen: Zusätzlich zum Alarmgeräusch sollten die Mitarbeiter über eine Durchsage informiert werden. Diese gibt Auskunft, wer die Durchsage macht („Dies ist eine Durchsage des Betriebs XY“), welche Gefahr vorliegt (beispielsweise „…aufgrund eines Brandes…“), wie sich die Mitarbeiter verhalten sollen („Verlassen Sie sofort das Gebäude über die außen liegende Feuertreppe“) und der Ernst der Lage wird verdeutlicht („Dies ist keine Übung, Ihre Gesundheit könnte gefährdet werden“). Der Text muss zwar deutlich, aber nicht zu langsam gesprochen werden, um die Dringlichkeit zu unterstreichen. Je nach Unternehmen sind mehrsprachige Durchsagen sinnvoll.

Ein weiteres Problem: Die verschiedenen Fluchtwege in Betrieben werden häufig nicht so genutzt, wie von den Planern vorgesehen. Stattdessen konzentrieren sich die Menschen auf einen Ausgang. „Die Menschen bevorzugen bei einem Alarm zum Verlassen des Gebäudes vor allem den ihnen bekannten, täglich genutzten Eingang“, erzählt Laura Künzer.

Probleme bei Fluchtwegen

  • Unbekanntes wird gemieden: In Ausnahmesituationen wie bei einem Feuer stehen die Menschen unter Stress. Gestresste und ängstliche Menschen konzentrieren sich auf das, was sie sicher erlernt haben und gut kennen. Das bedeutet, sie benutzen vorrangig gewohnte, vielleicht längere Wege aus dem Gebäude, statt unbekanntere Notausgänge zu wählen.
  • Unattraktive Fluchtwege: Fluchtwege führen durch unbekannte Gänge, sind weniger gut beleuchtet als andere Wege oder es stehen Hindernisse wie Möbel oder Kartons im Weg. Manchmal müssen die Notausgänge nicht mit einer Klinke, sondern mit einem besonderen Panikverschluss geöffnet werden. Das kann ebenfalls eine Hemmschwelle bei der Nutzung darstellen.

„Die Betroffenen setzen sich nicht täglich mit einem Alarm oder Notfall auseinander“, sagt Laura Künzer. Damit sie die Fluchtwege nutzen, muss sich die Gestaltung stärker an den Bedürfnissen gestresster und ängstlicher Menschen orientieren.

Voraussetzungen für gute Nutzung der Fluchtwege

  • Attraktive Gestaltung: Fluchtwege müssen gut ausgeschildert, beleuchtet und barrierefrei sein.
  • Bekanntes nutzen: Die normalen Eingänge sollten als Fluchtwege mit eingeplant werden.
  • Regelmäßige Übungen: Durch regelmäßige Übungen müssen die Mitarbeiter mit den Fluchtwegen vertraut gemacht werden. Dabei sollte beispielsweise auch das Öffnen von speziell gesicherten Fluchttüren geübt werden.
  • Menschliche Wegweiser: In Notsituationen haben Menschen ein starkes Bedürfnis, geführt zu werden. Wenn entsprechend geschulte Mitarbeiter (Brandhelfer, Evakuierungshelfer,…) ihren Kollegen sagen und zeigen, welcher Weg der sicherste ist, werden auch ungewohnte Ausgänge eher genutzt. Diese Helfer sollten auch wissen, wo Menschen arbeiten, die besondere Unterstützung bei einer Evakuierung benötigen.

Für ein effektives Räumungskonzept spielen regelmäßige Übungen eine zentrale Rolle, diese sollten aber nicht für sich alleine stehen. Sie müssen gelebter Bestandteil des Brandschutzes des Betriebs sein. „Die Akzeptanz bei den Mitarbeitern steigt, wenn ihnen zuerst Wissen über die Übung vermittelt wird, bevor diese dann durchgeführt wird“, empfiehlt Laura Künzer. In einem dritten Schritt kann eine unangekündigte Übung folgen. In Nachbesprechungen sollte immer erarbeitet werden, was gut gelaufen ist und wo Verbesserungsbedarf besteht.

„Menschen können sich in Ausnahmesituationen gut in Sicherheit bringen, wenn sie die erforderlichen Informationen haben“, sagt Laura Künzer. Vorausgesetzt bei Räumungskonzepten wird stärker berücksichtigt, wie Menschen in Ausnahmesituationen reagieren.

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