Sicherer Aufstieg am Altbau

Höhenarbeit

Dacharbeiten sind gefährlich. Besonders auf Gebäuden, die in die Jahre gekommen sind, ist die Absturzgefahr groß. Wie die Modernisierung gut gelingen kann und das Arbeiten in der Höhe sicherer macht, zeigt das Beispiel der SLK-Kliniken Heilbronn.

Text: Redaktion PRÄVENTION AKTUELL
Fotos: Munk Günzburger Steigtechnik

AUF DEN PUNKT:

  • Dachmodernisierung mit Geländerabsicherung erleichtert die Wartung
  • Steigleiter mit Steigschutzschiene reduziert das Absturzrisiko

Rund 430 Millionen Euro hat die SLK-Kliniken Heilbronn GmbH in den vergangenen zwölf Jahren in den Neubau des Klinikums am Gesundbrunnen im Norden von Heilbronn investiert. Von 2012 bis November 2024 entstand ein modernes Klinikum mit mehr als 970 Betten, 16 Operations- und sechs Kreißsälen.

Sämtliche Lichtkuppeln des Technikgebäudes wurden über die Sicherungsgeländer abgesichert.

Damit auch künftig die Notfallversorgung und insbesondere nächtliche Hubschrauberanflüge sichergestellt werden können, war allerdings noch eine weitere Investition nötig, die den Altbau aus den 1990er-Jahren betrifft: das Technikgebäude des Klinikums. Hier befinden sich nicht nur die kompletten Anlagen für die Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnik, sondern auch ein fast 20 Meter hoher Schornstein mit sichtbarem Leuchtfeuer für den Hubschrauber.

Die Zugänge zu diesen Bereichen entsprachen jedoch nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Wartungsarbeiten konnten bislang teilweise nur angeleint durchgeführt werden. Für die Verantwortlichen war klar: Eine zeitgemäße Absturzsicherung ist unverzichtbar.

Geländerabsicherung statt Anleinen

Regelmäßige Wartungs- und Reinigungsarbeiten an Verdampfern der Klimageräte sowie an großen Bauteilen der Lüftungsanlagen gehören im Klinikbetrieb zum Alltag. „Ohne Geländerabsicherung war das nur im angeleinten Zustand möglich und für unsere Dienstleister entsprechend aufwändig“, berichtet Sven Blum, Meister Bau und Betriebstechnik der SLK-Kliniken.

Im Rahmen eines umfassenden Sicherheitskonzepts wurden nun feste Dachaufstiege und ein umlaufendes Geländer aus Aluminium installiert. Insgesamt sichern 134 Meter Geländer die Dachkante, weitere knapp 21 Meter schützen die Lichtkuppeln. „Die Teams können sich bei den Arbeiten auf dem Dach nun komfortabler und freier bewegen als bisher“, sagt Blum.

Neue Steigleiterlösung für den Schornstein

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Schornstein des Technikgebäudes. Die bisherige Steigleiter stammte aus den 1990er-Jahren und entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen. „Einmal im Jahr muss der Schornsteinfeger hoch und natürlich muss auch das Leuchtfeuer am oberen Ende des Schornsteins vom Elektriker inspiziert und bei Beschädigung ausgetauscht werden“, erklärt Sven Blum. „Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass der Rettungshubschrauber auch bei Nacht das Klinikum anfliegen darf.“

Die neue, fast 20 Meter hohe Steigleiter ist mit einer Steigschutzschiene nach DIN 18799-1 ausgestattet und verfügt über einen sicheren Attikaüberstieg. Sie ermöglicht einen kontrollierten Auf- und Abstieg und reduziert das Risiko eines Absturzes bei den jährlich notwendigen Arbeiten deutlich.

Dübelbelastungsversuche im Vorfeld

Für Planung und Umsetzung der Maßnahmen griffen die SLK-Kliniken auf ein eingespieltes Team zurück: Der Betriebseinrichtungsspezialist Rala Dexis aus Ludwigshafen koordinierte das Projekt gemeinsam mit der Munk Group. Der Steigtechnikhersteller aus Günzburg übernahm mit seiner Dienstleistungseinheit Munk Service nicht nur sämtliche Montagearbeiten, sondern auch die Dübelbelastungsversuche im Vorfeld der Steigleiterinstallation.

Ferdinand Munk, Inhaber und Geschäftsführer der Munk Group, freute sich, dass die Arbeiten zur Zufriedenheit des Auftraggebers ausgeführt wurden: „Unser Team steht für Sicherheit made in Germany und wir lieben es, wenn wir diesen Anspruch gemeinsam mit unseren Partnern bei Projekten wie in Heilbronn in die Tat umsetzen können.“

Der 20 Meter hohe Schornstein ist mit einer Steigleiter mit integrierter Steigschutzschiene ausgestattet.

Ergebnis: Effiziente und sichere Wartungsarbeiten

Das Beispiel der SLK-Kliniken zeigt, wie wichtig es ist, auch bei bestehenden Gebäuden regelmäßig zu prüfen, ob Zugänge zu technischen Anlagen den aktuellen Arbeitsschutzstandards entsprechen. Mit der Modernisierung von Steigleiter, Dachaufstiegen und Geländersystemen hat das Klinikunternehmen die Voraussetzungen geschaffen, Wartungs- und Kontrollarbeiten effizienter und sicherer durchzuführen. Gleichzeitig trägt die Maßnahme dazu bei, kritische Infrastrukturen wie das Leuchtfeuer für den Rettungshubschrauber dauerhaft zuverlässig zu betreiben.