Stress lass nach!

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht kennen Sie das: Sie müssen später noch die Präsentation für das morgige Meeting fertigstellen, gerade möchten Sie aber noch einmal Ihre Unterlagen für das Kundengespräch in einer Stunde durchgehen. Dummerweise ruft genau jetzt ein wichtiger Geschäftspartner auf dem Handy an und zu allem Überfluss flattert auch noch eine Mail Ihres Chefs mit dem Vermerk „Eilt!“ ins Postfach. Stress pur! Manche Menschen laufen in genau solchen Situationen zur Höchstform auf. Viele andere fühlen sich aber schlicht überfordert, sie machen Fehler oder sind wie gelähmt und bekommen gar nichts mehr hin. Vielleicht nicht dann, wenn solche Situationen die Ausnahme bilden. Aber dann, wenn die Überlastung zum Dauerzustand wird.  In unserem Schwerpunkt widmen wir uns diesem Thema und zeigen Lösungen für die Herausforderungen.

Damit Belastungen nicht zum Burn-out führen

Zunächst einmal gilt es klarzustellen: Psychische Belastungen sind per se nichts Schlimmes, sondern Teil jeder Arbeit. Das erklären die BAuA-Experten Dr. Katja Schuller und Dr. David Beck im Interview. Aber die Arbeitsbedingungen müssen eben so gestaltet sein, dass sie keine gesundheitlichen Probleme verursachen. Das heißt: Die Belastung bei der Arbeit muss genau richtig dosiert sein. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig – sonst droht statt des gefürchteten Burn-outs der weniger bekannte Bore-out, der ebenfalls zu Erschöpfung, Unzufriedenheit oder Demotivation führen kann, wie Arbeitspsychologin Michelle Müller erläutert. Ein neuer Faktor bei psychologischen Belastungen ist die Künstliche Intelligenz: KI soll zwar zur Entlastung der Beschäftigten eingesetzt werden, kann aber auch den gegenteiligen Effekt haben.

Selbstfürsorge in den Führungsetagen

Führungskräfte müssen also auf die richtige Arbeitsbelastung ihrer Mitarbeiter achten. Sie müssen aber auch auf ihre eigene psychische Gesundheit Rücksicht nehmen. Chronischer Stress beispielsweise führt dazu, dass man sich permanent im Alarmzustand befindet und schlechte Entscheidungen trifft. Ein anderes Phänomen in Führungsetagen sind Selbstzweifel – wenn sie das normale Maß übersteigen. Dafür gibt es einen Namen: das Hochstapler-Syndrom. Natürlich beleuchten wir nicht nur die negativen Aspekte, sondern zeigen auf, wie ein Unternehmen durch den Fokus auf Fortschritte die emotionale Energie und die psychischen Ressourcen seiner Mitarbeiter gestärkt hat.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht

Ihr Holger Toth, Redaktion PRÄVENTION AKTUELL