In Deutschland muss jeder Betrieb mit mindestens einem angestellten Arbeitnehmer schriftlich einen Betriebsarzt bestellen und ihm die in § 3 des Arbeitssicherheitsgesetzes (ASiG) genannten Aufgaben übertragen. Diese sind im Wesentlichen in der nebenstehenden Checkliste aufgeführt. Laut Gesetz ist der Unternehmer verpflichtet, dem Betriebsarzt alle Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die dieser zur Erfüllung seiner Aufgaben benötigt, wie beispielsweise Hilfspersonal und Räumlichkeiten. Außerdem muss der Unternehmer darauf achten, dass der Betriebsarzt seine Aufgaben tatsächlich erfüllt.

Der Betriebsarzt führt auch die in der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen durch. Je nachdem, welche Gefährdungen an einem Arbeitsplatz auftreten, ist die arbeitsmedizinische Vorsorge verpflichtend oder der Unternehmer muss sie zumindest anbieten. Eine sogenannte Wunschvorsorge hat der Arbeitgeber den Beschäftigten auf ihren Wunsch zu ermöglichen, wenn Gesundheitsschäden durch die Tätigkeit nicht ausgeschlossen werden können. Die arbeitsmedizinische Vorsorge besteht aus einem ärztlichen Beratungsgespräch mit Anamnese sowie, wenn nötig, körperlichen oder  klinischen Untersuchungen. Ziel ist unter anderem, arbeitsbedingte Gesundheitsstörungen möglichst früh zu erkennen und Empfehlungen zur Prävention zu geben.

Für viele Betriebe ist die Bestellung einer ausreichenden Anzahl von Betriebsärzten mittlerweile schwierig geworden, die Nachfrage ist höher als das Angebot an fachkundigen Medizinern. Das Problem dürfte sich zukünftig noch vergrößern, denn von den 12.300 Ärztinnen und Ärzten mit arbeitsmedizinischer Fachkunde sind derzeit mehr als 62 Prozent bereits 60 Jahre und älter.

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