Der demografische Wandel setzt sich fort und der Fachkräftemangel wird immer größer. Schon jetzt bleiben in vielen Branchen offene Stellen monatelang unbesetzt. Angesichts dieser Entwicklungen investieren Unternehmen vermehrt in die Gesundheit ihrer Beschäftigten und implementieren in ihren Betrieben ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Dieses fasst alle Maßnahmen der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) zusammen und verankert sie als Leitmotiv der Organisationsentwicklung.

Genaue Zahlen über die Verbreitung von BGM-Systemen in der deutschen Wirtschaft sind schwer zu finden. Allerdings hat der Dachverband der Betriebskrankenkassen durch eine Umfrage unter 2.000 Beschäftigten herausgefunden, dass immerhin 43,8 Prozent der deutschen Unternehmen ihren Beschäftigten Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) anbieten, die eine Teildisziplin des BGM ist.

BGM hängt oft von Betriebsgröße ab

Ob Unternehmen Maßnahmen zum BGM und zur BGF anbieten, hängt vor allem von der Betriebsgröße ab. Je größer ein Unternehmen, desto eher gibt es entsprechende Angebote. „Bei Firmen, die mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen, zeichnet sich eine höhere Bereitschaft ab, gesundheitsfördernde Maßnahmen über das Mindestmaß hinaus anzubieten“, sagt Matthias Jaworski, Health Manager des InsurTechs YAS.life. Die Gesundheits-App des Startups möchte zu mehr Bewegung, Sport und gesünderer Ernährung animieren und belohnt die Nutzer mit Punkten, die anschließend gegen Gutscheine bei Prämienpartnern eingetauscht werden können.

Kleinere und mittlere Unternehmen denken oft, ihnen fehlen die nötigen Ressourcen, ebenso fürchten sie, dass der Mehraufwand das Kosten-Nutzen-Verhältnis sprengt. So sind laut BKK Dachverband lediglich in 14,8 Prozent der Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern BGF- Angebote vorhanden, während dieser Anteil bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern um ein Vielfaches (66,5 Prozent) höher ausfällt. „Doch unserer Meinung nach sind Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit die beste Investition in die Zukunft eines Unternehmens – unabhängig von seiner Größe“, so Jaworski. Es lohne sich auf lange Sicht, ein BGM zu integrieren, das Mitarbeiter motiviert, ihren Bedürfnissen entgegenkommt und einen gesunden Lebensstil unterstützt. „Auf diese Weise bindet man Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen und viele positive Auswirkungen – weit mehr als nur die Anzahl der Krankentage – rechnen sich zu einem nennenswerten wirtschaftlichen Vorteil auf.“

„Die Digitalisierung bietet hier eine große Chance, auch für Unternehmen, denen die finanziellen und personellen Ressourcen für die große Lösung fehlen“, ist Jaworski überzeugt. „Immer noch denken viele Entscheider zu wenig digital und setzen keine digitalen Gesundheits- und Fitness-Tools ein. Dabei haben diese das Potenzial einer niederschwelligen All-in-One-Lösung zur Betrieblichen Gesundheitsförderung, weil Smartphones und Apps längst ein fester Bestandteil unseres Alltags sind.“ Und je niederschwelliger das Angebot ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es von den Beschäftigten angenommen wird. „Über digitale Angebote werden Nutzer individuell in ihrem Alltag abgeholt: Aktivitäten, die direkt am Arbeitsplatz umsetzbar oder räumlich und zeitlich flexibel sind, tragen dabei zu einer höheren Akzeptanz bei. Endlich kann auch der Außendienstmitarbeiter oder der Kollege, der zwischen den Standorten pendelt, an der Betrieblichen Gesundheitsförderung teilnehmen.“

Digitalisierung bietet Chance für KMU

Digitale Bausteine, wie Online-Fitnesskurse oder Schritte-Challenges, sind an keinen Raum gebunden. Fortschrittsanzeigen und Belohnungssysteme steigern die Motivation und erreichen auch die Zielgruppen der Digitale Natives und Generation Z, die für das klassische BGM weniger empfänglich sind. Gleichzeitig würden digitale Präventionsangebote das Ansehen des Unternehmens bei Mitarbeitern und potenziellen Bewerbern erhöhen, ist sich Jaworski sicher: „Der Arbeitgeber positioniert sich als digitaler Gesundheitspartner des Teams, unterstützt eine gesunde Lebensweise aktiv und schafft neue, zwischenmenschliche Kontaktpunkte. In der Wahrnehmung der Mitarbeiter zeigt sich ein gesteigertes Interesse des Arbeitgebers an der einzelnen Person und deren Gesundheit. Das macht ihn zu einem attraktiven Arbeitgeber.“

Fast jeder Beschäftigte in Deutschland hat ein Smartphone, Smartwatches und Fitness-Tracker werden immer beliebter. Digitale Gesundheitsangebote in einer App zusammenzufassen, wie etwa in der YAS-App des InsurTechs, liegt auf der Hand. „Im Gegensatz zu gängigen Fitness- und Health-Apps führt YAS verschiedene Aktivitäten Device- und App-übergreifend zusammen“, so Jaworski. „Die App belohnt tägliche Schritte, Joggingminuten und Yoga-Sessions, aber auch die Hausarbeit oder Gassi gehen mit dem Hund. Aktivitäten werden in Punkte übersetzt und können bei Partnern in geldwerte Prämien eingetauscht werden.“ Die YAS-App ziele zudem ganzheitlich auf die Themenkomplexe Fitness, mentales Wohlbefinden, Ernährung, Stressmanagement, Schlaf sowie Prävention ab und motiviere Nutzer über spielerische Elemente, sich persönliche Gesundheitsziele zu setzen: ausreichend Wasser trinken, bewusste Minipausen nehmen oder sich zuckerfrei ernähren.

Matthias Jaworski ist Health Manager des InsurTechs YAS.life.
Matthias Jaworski ist Health Manager des InsurTechs YAS.life. Foto: YAS.Life

 

Die App wird auch als White-Label-Lösung angeboten, das heißt, Unternehmen können die Gestaltung der Benutzeroberfläche an das eigene Corporate Design sowie die Inhalte an die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen. Auf diese Art lasse sie sich problemlos in bestehende BGM- und BGF-Angebote integrieren, so Jaworski. Und Unternehmen, die über kein BGM verfügen, haben mit der App die Möglichkeit, ihren Beschäftigten BGF-Maßnahmen anzubieten. „Wir ermöglichen Firmen die digitale Gesundheitsprävention in Form eines motivierenden Bonusprogramms.“

Drei Schwierigkeitsstufen und unterschiedliche Zeiträume lassen dem Nutzer individuellen Spielraum und belohnen bei Zielerreichung mit zusätzlichen Punkten und Prämien. Die Botschaft lautet: Auch kleine Schritte helfen dabei, erfolgreich gesündere Routinen zu etablieren. Einfach loslegen und über einen langen Zeitraum richtig viel erreichen!

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