Arbeitssicherheit wird zur „Kultur“-Frage

Liebe Leserinnen und Leser,

das größte Event der internationalen Arbeitsschutzszene liegt hinter uns. Die A+A 2023 in Düsseldorf hat zwar noch nicht wieder die Besucherzahlen der Vor-Corona-Zeit erreicht, dennoch ist und bleibt sie die weltweit größte und wichtigste Veranstaltung, wenn es um Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit geht. PRÄVENTION AKTUELL war natürlich vor Ort und hat sich sowohl bei den Produkten als auch beim begleitenden Basi-Kongress umgesehen. Die Berichterstattung finden Sie auf den Seiten 24 bis 33.

Eines der zentralen Themen für die Arbeitssicherheit aktuell und zukünftig ist eine „Kultur“-Frage. Angesichts der kaum mehr sinkenden Zahl der Arbeitsunfälle scheint der klassische Arbeitsschutz an seine Grenzen gelangt. Die Unternehmen müssen daher den Blick weiten, ihre Unternehmenskultur hinterfragen und zu einer Präventionskultur weiterentwickeln.

Unser Schwerpunkt beleuchtet Stellschrauben für diese nötigen Transformationsprozesse und stellt unter anderem die Konzepte BBS (Behavior Based Safety) und HOP (Human and Organizational Performance) vor. Beide zielen darauf ab, die Arbeitssicherheit zu erhöhen. Die Herangehensweisen unterscheiden sich zwar, die Konzepte können sich aber auch ergänzen. Wir beschäftigen uns jedoch nicht nur mit theoretischen Konzeptionen, sondern stellen auch ein Unternehmen vor, das sich den Herausforderungen stellt und eine Erfolg versprechende Präventionskultur etabliert hat.

Jahrestage von Gesetzen und Verordnungen werden selten gefeiert, ein Meilenstein des Arbeitsschutzes hat es dennoch verdient, gewürdigt zu werden: Das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) wurde vor 50 Jahren verabschiedet. Es regelt die Pflichten der Arbeitgeber zur Bestellung von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit, definiert deren Aufgaben und betriebliche Position. Das Gesetz führte zu einem deutlichen Rückgang schwerer Arbeitsunfälle in der boomenden deutschen Nachkriegswirtschaft.

Die Redaktion von PRÄVENTION AKTUELL wünscht Ihnen eine anregende Lektüre.

Ihr Franz Roiderer, Chefredakteur